Verwilderte Grundstücke


Wenn Grundstücke, auf denen Gebäude abgerissen wurden oder andere Brachflächen verwildern, ist das in aller Regel ein großes Ärgernis für die Anwohner. Oft wohnen die Eigentümer weit weg oder gar nicht in Deutschland und kümmern sich oft herzlich wenig um ihr Anwesen. Sie müssen es ja nicht jeden Tag sehen. Wenn sich derartige Grundstücke im Zentrum der Stadt oder eines Stadtteils, z.B. rund um den Oberplanitzer Markt befinden, ist das nicht nur ein besonderes Ärgernis, sondern schadet auch dem Bild, das Anwohner und Gäste nicht unbedingt erfreut.

Beschwerden von Besuchern der regelmäßigen Einwohner-versammlungen werden dann von der Rathausspitze regelmäßig abgeschmettert. Es gäbe keinen Handlungsspielraum, heißt es dann. Wir können da nichts machen...

Das ist so nicht glaubwürdig und auch nicht ohne Widerspruch hinzunehmen, denn dass die Stadt „Handlungsspielraum“ hat, mussten wir selbst erfahren. Aus dem Umweltamt der Stadt Zwickau bekamen wir einen Bußgeldbescheid über 5 EURO (!) wegen unseres „verwilderten Grundstücks“. Voller Unverständnis riefen wir dort an und bekamen sogar die Fotos zugesandt. Wir haben dann bezahlt, weil wir uns wegen 5 EURO nicht rumstreiten wollten. Das war ein Fehler, den wir heute nicht mehr machen würden. Ungeheuerlich, dass das Amt weder Kosten noch Mühen scheut, derartige „Delikte“ mit Außendienstlern fotografisch zu dokumentieren und zu ahnden, während andererseits Untätigkeit mit fehlenden Rechtsgrundlagen begründet wird. Leser unserer Zeitung berichteten uns, dass am hellichten Tag Ratten vor dem DISKA an der Fichtestraße gesichtet wurden. Fast zugewachsene Bürgersteige zwischen Fleischerei Hopfe und dem Kreisverkehr sind  aus Sicht der Stadt offensichtlich als unbedenklich zu bewerten im Gegensatz zu kleinem, von uns regelmäßig entfernten Unkraut vor unserem Haus.

Jesus sagt zu den Pharisäern: „Die Mücken siebt ihr aus, aber die Kamele verschluckt ihr“. Man könnte es aber auch zeitgemäßer auf den Punkt bringen: Hier wird mit zweierlei Maß gemessen!

Ein anderes Beispiel wäre da noch der schmale Weg vom Kreuzberg zum Planitzer Bad. Während der Besitzer eines Privatgrundstückes (Name der Redaktion bekannt) regelmäßig jährlich Bußgeldbescheide bekommt, weil der Pfad wegen Wildwuchses „unpassierbar“ sei, sieht es 50 Meter weiter genau so aus. Das Grundstück befindet sich aber in städtischem Besitz...

Die negativen Beispiele ließen sich fast beliebig fortsetzen.

Was wäre noch dazu zu sagen? Ach ja, in diesem Jahr ist Kommunalwahl. »Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach’ mit!« – eine Losung aus DDR-Zeiten, an die sich die Stadtverwaltung doch im Jahr 2019 mal erinnern könnte.

Foto Umweltamt Zwickau
Foto Umweltamt Zwickau
Foto Umweltamt Zwickau
lupe

Bild anklicken zum vergrößern

© 2005 - 2019 spatz werbung und MMP Zwickau