25 Jahre Lukas e.V. - ein Rückblick


Die Gründung des Fördervereins am 16. Juni 1993 mit 19 Gründungsmitgliedern ergab sich aus einer Bedingung für die Ausreichung von Fördermitteln durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Prof. Kiesow war begeistert von der Lukaskirche, die zu den besten neugotischen Schöpfungen in Deutschland gehört. Außerdem überzeugte ihn das von uns vorgelegte Konzept zur Rettung des Bauwerks und zur weiteren Nutzung als Kulturkirche. Gleichzeitig war das der Start für eine lange Erfolgsgeschichte. Obwohl die Kirche nicht entwidmet wurde, ließ die Kirchgemeinde dem Förderverein größtenteils freie Hand, um Baumaßnahmen zu planen, Fördermittel zu organisieren, Veranstaltungen durchzuführen. Anfangs als noch eine kleine Schar, aber doch stark wachsend, engagierten sich die Mitglieder vehement, um Baufreiheit zu schaffen – die Kirche war komplett mit Büschen und Bäumen eingewachsen, in den Dächern befanden sich große Löcher, Gewölbe waren eingestürzt – ein ruinöser Zustand eben. Die Unterstützung durch die DSD übte Signalwirkung auf alle anderen Fördermittelgeber aus, so dass sich die Frage, ob wir das schaffen eigentlich nie stellte. Selbst Forschungsprojekte für die Konservierung von Sandstein und die Modifizierung von Fugenmörteln konnten durchgeführt werden. Doch zunächst ein Blick auf die wechselvolle Geschichte, die man auch mit einem Wechselbad der Gefühle vergleichen könnte. Nur 92 Jahre diente sie als Gemeindekirche. Schon vor 1960 überlegte die Kirchgemeinde die Lukaskirche aufzugeben. Zwei Kirchen zu erhalten schien in Anbetracht der Bausituation in der DDR unmöglich. 1968 fand schließlich der letzte Gottesdienst in der Lukaskirche statt. Sicherlich für die Kirchgemeinde ein schwerer Entschluss. Danach begann die kritische Zeit – der Verfall. Der Vandalismus von zumeist Jugendlichen hat wesentlich dazu beigetragen. Bänke wurden angezündet, Bauornamente abgeschlagen, Ausstattungsgegenstände gestohlen, sogar das Kellergewölbe aufgebrochen, um in die Kirche zu gelangen. Und die Verantwortlichen der im benachbarten Schloss untergebrachten Polizeischule haben tatenlos zugesehen. 1989 war am Bauwerk ein Verfallszustand erreicht, der schnelles Handeln erforderte. 1993 übernahm der Förderverein alle Aktivitäten am Gebäude (Instandsetzung und Veranstaltungen) um die Kirche zu einem Kulturzentrum der Region mit Einbindung des Clara-Wieck-Gymnasium auszubauen.                                                                                            

Mittlerweile besteht der Verein aus ca. 280 Mitgliedern und es ist beeindruckend, was in 25 Jahren erreicht wurde. Als Vorsitzende fungierten: Eckehard Baumann (1993 – 2002, 2010 – 2013), Burkhard Viertel (2002 – 2010) und Gabriel Püschmann (seit 2013). In unzähligen Arbeitseinsätzen vieler Mitglieder wurde Bauschutt beräumt, Hilfsarbeiten für Firmen geleistet, kleine Baumaßnahmen und ABM-Projekte realisiert. Die Kirche wurde nicht nur gerettet, sondern in einen Zustand versetzt, der es möglich macht, die verschiedensten Veranstaltungen durchzuführen. In den ersten 17 Jahren seines Bestehens hat der Verein neben den erforderlichen Baumaßnahmen auch noch die nichtkirchlichen Veranstaltungen organisiert. Dies war nicht mehr leistbar. Deshalb liegt die Verantwortlichkeit für alle Veranstaltungen seit 2010 in den Händen der Kirchgemeinde. Die Bau- und Restaurierungsmaßnahmen und die Beschaffung wesentlicher Finanzmittel obliegen nach wie vor dem Verein. Bis jetzt wurden fast 2,8 Millionen Gelder investiert, davon ein erheblicher Anteil aus Fördermitteln. Die Eigenanteile werden vom Förderverein, von der Kirchgemeinde und von der Landeskirche getragen. Wir sind sehr dankbar für alle Beiträge und Spenden. Und eines soll hier auch festgehalten werden: viele Spenden fließen eben nur für einen Verein, vor allem von Menschen, die nicht kirchlich gebunden sind.

Es wäre mühsam, die vielen Baumaßnahmen aufzuzählen. Jeder kann sich ein Bild vom Erreichten machen. Die Lukaskirche ist ein funktionstüchtiges Gebäude für eine vielfältige Nutzung. Das heißt aber nicht, dass es nichts mehr zu tun gäbe. Was haben Kirchgemeinde und Verein noch vor? Zu benennen wären: Sandsteinarbeiten an der Fassade, Treppenhausdach und Giebelverdachung Nord, die Wiederherstellung des Altarkreuzaufsatzes, diverse Arbeiten im Innenraum und ein behindertengerechter Zugang. Und mehrere Personen haben nach dem Einbau einer Orgel gefragt. Auch stehen größere zweckgebundene Einzelspenden in Aussicht, allerdings noch nicht in aussichtsreicher Höhe. Die Umsetzung all dieser Maßnahmen wird davon abhängen, wieviel Gelder in den nächsten Jahren fließen.

Ein ebenfalls sehr glücklicher Umstand ist das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Clara-Wieck-Gymnasium, das mit Konzerten und Kunstprojekten die Kirche nutzt.

Erwähnt werden muss auch noch das Kuratorium mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur und Nachfahren der ehemaligen Schlossherren von der Planitz, von Beust und von Arnim, das uns über viele Jahre (1999 – 2011) begleitet und gute Dienste erwiesen hat.

Ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben war ein Gottesdienst am 6. Juni 1999. Die in Sosa aufgefundenen Farbglasfenster konnten mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt restauriert, eingebaut und wiedergeweiht werden. Gleichzeitig wurde das Kuratorium gegründet. Bezüglich Ihrer besonderen Verdienste sind Dr. Ordemann (Ministerialdirektor Bonn, gest. 2001) und Ulrich Frank-Planitz (Verleger aus Stuttgart, gest. 2011) als jeweilige Sprecher des Kuratoriums zu nennen.

Mit den sogenannten Osternächten begann im Jahr 2000 auch das Theater Plauen-Zwickau die Kirche für sich als Spielstätte zu entdecken. Mittlerweile ist die Lukaskirche dauerhaft im Spielplan verankert. Besonders zu erwähnen: die „Jedermann“ – Aufführungen 2004 / 2005.

Seit dem Jahr 2003 hält der Verein Verbindung zu den Urenkeln des Architekten G. L. Möckel, die im selben Jahr der Lukaskirche einen Besuch abstatteten und auch Mitgliederversammlungen besucht haben.

Nun noch einige Worte zum letzten Berichtszeitraum 2017 / 2018. Die Restaurierung des Chorraums und der nördlichen Seitenkapelle ist zurzeit in vollem Gange, deren Fertigstellung für Ende März geplant. Außerdem wurde das Wohnzimmer der Türmerwohnung nach originalen Befunden wieder hergestellt.

Wir freuen uns auch, dass die „Fliegenden Sachsen“ eine Trainingsstätte bei uns gefunden haben.

Auf eine neue Internet-Präsentation des Vereins möchte ich ebenfalls noch hinweisen.

Die Lukaskirche ist zu einem kirchgemeindlichen und kulturellen Zentrum in Planitz geworden. Dies lässt uns froh und dankbar zurückschauen auf all das Erreichte und gleichzeitig Gott danken für alle Gnade und Bewahrung, die wir in diesen Jahren erfahren durften. Auf eines sei jedoch an dieser Stelle hingewiesen: der Vorstand des Vereins benötigt in den nächsten Jahren eine Verjüngungskur. Wir hoffen sehr, diesbezüglich Gehör zu finden.

Wir danken dem Kirchenvorstand, zuletzt in persona von Helmut Lange, für eine jederzeit konstruktive und zielführende Zusammenarbeit.

142 Jahre Lukaskirche und 25 Jahre Förderverein, eine bewegte Geschichte und eine gute Zukunft – das ist unsere Lukaskirche.

Lassen sie sich einladen zum Fest am 24. Juni 2018 und bleiben Sie uns verbunden.

                       

Gabriel Püschmann, Vorsitzender des Lukas e.V.

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