Fragen an den Spitzenkandidaten der CDU


Herr Beierlein, Sie sind Fraktionsvorsitzender der CDU im Zwickauer Stadtrat und kandidieren am 26. Mai erneut. Was sind Ihre Ziele für die nächste Legislaturperiode?

Als Oberplanitzer Bürger liegt mir der Markt, der ehemals der Mittelpunkt mit Einkaufsmöglichkeiten, Markttreiben und gastronomischen war, als Kleinod im Zentrum von Planitz sehr am Herzen. Seit 15 Jahren haben wir, die CDU, im Stadtrat versucht, unseren Markt einer Erneuerung zuzuführen. Hierbei ist es uns gelungen, in der Legislaturperiode 2014 – 2019 Mittel im Haushalt von über 2 Mio. einzustellen. Hierzu benötigten wir die Hilfe von anderen Stadträten, denen der Markt gleichfalls am Herzen liegt. Diese Mitwirkung anderer Fraktionen war nötig, weil die CDU nicht die Majorität im Stadtrat hat. Mit Bereitstellung von Mitteln im Haushalt der Stadt Zwickau war es möglich, Varianten zur Umgestaltung des Areals von Ideengebern einzuholen. Diese Varianten waren Grundlage für eine Informationsveranstaltung, die speziell auf meine Initiative im Gemeindezentrum der Planitzer Lukaskirchgemeinde stattfand und auf reges Interesse der Planitzer Bürger stieß. Für die rege Teilnahme und konstruktive Diskussion  bedanke ich mich nochmals ganz herzlich. Es war uns wichtig, alle Planitzer und besonders die Händler und Marktanrainer von Anfang an in das Projekt mit einzubeziehen.

In Weiterführung erfolgte über den Bauausschuss der Stadtverwaltung Zwickau eine Vergabe von Planungsleistungen an ein Planitzer Ingenieurbüro. Ein Schwerpunkt der Umgestaltung  bezieht sich auf eine Verkehrsinfrastruktur, die den öffentlichen Personennahverkehr, ausreichend Parkplätze und ein attraktives Marktwesen berücksichtigt. Die bauliche Gestaltung steht im Zusammenhang mit der Struktur der vorhandenen Gebäude am Platz. Ein Knackpunkt dabei ist das zentral gelegene SCHOCKEN-Kaufhaus, das seit vielen Jahren mit seiner maroden Bausubstanz das Marktbild prägt. Nach meinem Kenntnisstand sind viele Versuche, mit den Schocken-Erben eine Lösung zu finden, bis jetzt gescheitert. Hierbei stand im Vordergrund, dass die Besitzer selbst Investitionen vornehmen oder einen Verkauf ins Auge fassen, wobei der Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ nach wie vor gültig ist. Ich bin der Meinung, wenn  bei anderen Immobilien  der Schocken-Erben in Zwickau, Crimmitschau und Oelsnitz Lösungen in Sicht sind, muss das auch in Planitz möglich sein. Das Kaufhaus in Chemnitz ist ein gutes Beispiel und sollte uns anspornen, auch für Planitz zeitnah eine Lösung zu finden.

Unsere Leser fragen schon ungeduldig, wann es denn am Planitzer Markt endlich losgeht...

Darauf kann ich ganz klar antworten. Es ist bereits losgegangen. Die Vermessungsarbeiten sind bereits abgeschlossen. Das Projekt des Ingenieurbüro wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2019 vorliegen und vorgestellt. Ich gehe davon aus, dass mit Beginn der neuen Legislaturperiode ab September 2019 eine Vergabe im Bauausschuss erfolgt, so dass dem Beginn der  Bauarbeiten im Frühjahr 2020 nichts entgegensteht. Die Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs, inklusive der  Stadtorte der Bushaltestellen sind mit der SVZ abgestimmt. Der Wunsch der Händler und Marktanrainer nach ausreichend  vielen Parkplätzen wurde ebenfalls berücksichtigt, wobei davon auszugehen ist, dass das Parken auf dem Oberplanitzer Markt künftig nicht mehr kostenlos sein wird. Lösungen, die Kurzzeitparkern entgegenkommen, werden sicherlich berücksichtigt.

Soviel zum Markt und seiner hoffentlich baldigen schönen Zukunft. Aber in Planitz gibt es noch eine Menge neuralgischer Punkte.

Ein Dauerthema ist der schlechte Zustand der Straßen. Und hierbei denke ich nicht nur an die großen Zufahrtsstraßen, sondern auch an Neben- und Anwohnerstraßen in den Wohngebieten und die Fußwege. Hier liegen noch große Aufgaben vor uns.

Die Entwicklung des Eigenheimstandortes am ehemaligen AKTIVIST zeigt deutliche Fortschritte, aber wir brauchen noch mehr Möglichkeiten für Baugrundstücke. Planitz ist ein beliebter  Wohnstandort. Natürlich gehört dazu auch die nötige Infrastruktur, wie z.B. KITA, Schule und Einkaufsmöglichkeiten.

Bauchschmerzen bereitet mir das ehemalige Lichtspielhaus CAPITOL. Von Seiten der CDU sind mir zwei Vorstöße bekannt, das Objekt wieder einer Nutzung zuzuführen. Im Gespräch waren ein Bürogebäude für ein Unternehmen aus der IT-Branche und die Erweiterung der Diakonie, die auf dem Nachbargrundstück das Lukashaus betreibt. Meine Idee wäre die Schaffung eines multifunktionalen „Vereinshauses“, welches das Stadtteilzentrum von Oberplanitz ideal ergänzen würde. Eine Mitnutzung durch das Clara-Wieck-Gymnasium wäre denkbar und wünschenswert, genau so wie die Etablierung einer gastronomischen Einrichtung in Verbindung mit vielseitig nutzbaren Räumlichkeiten im ehemaligen Kinosaal. Wie der derzeitige Besitzer der Immobilie zu diesem Anliegen steht, müssen wir klären. Ob er selbst Investitionen in Erwägung zieht oder einem Ankauf durch die Stadt Zwickau zustimmt, ist noch offen. Ich werde mich im Stadtrat für dieses Projekt stark machen, um die erforderlichen Mehrheiten zu erreichen.

In unmittelbarer Nähe zum CAPITOL, direkt neben dem Ärztehaus befindet sich der Wassergarten, ein vom Planitzer Landschaftsarchitekten Schüttauf geschaffenes Kleinod. Wie soll es hier weitergehen?

Das Garten- und Friedhofsamt der Stadt Zwickau bepflanzt den Wassergarten jährlich zwei mal sehr liebevoll. Leider ist die Springbrunnenanlage seit ein paar Jahren nicht mehr betriebsbereit und das macht viele Planitzer sehr traurig. Eine Rekonstruktion des Gesamtensembles ist ins Auge gefasst, allerdings fehlen uns hier derzeit noch die finanziellen Mittel. Ich favorisiere eine kurzfristige Übergangslösung. Eine ortsansässige Installationsfirma könnte prüfen, ob eine preisgünstige Reparatur möglich ist und diese zeitnah realisieren. Vielleicht ist diese Übergangslösung sogar mit Sponsoren zu ermöglichen.  

Der Wassergarten und der Geleitsteich bilden eine Einheit und sind sowohl als Erholungsgebiet als auch als Ausgangspunkt für Wanderungen entlang des Erlichtgrundbaches über den Kreuzberg nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen durch die nahegelegene Bushaltestelle nicht uninteressant. Weiterhin müssen wir über die Parkplatzsituation am Ärztehaus sprechen. Hier muss eine Lösung gefunden werden. Das  Ensemble mit dem Wassergarten steht dabei aber nicht zur Disposition.  

TB_Portrait 2019_2
lupe

Bild anklicken zum vergrößern

© 2005 - 2019 spatz werbung und MMP Zwickau