Horch und Guck - neu definiert


Auch wenn derartig alte „Flimmerkisten“ wohl nur noch in Museen und nicht in deutschen Wohnzimmern zu finden sind, könnte es den einen oder anderen mit einem nicht mehr ganz aktuellen Empfangsgerät kalt erwischt haben. Obwohl schon lange in den Medien angekündigt, kam die Abschaltung des alten digitalen terestrischen Signals doch eventuell unerwartet.

Am 26. September war es plötzlich zappenduster. ARD, ZDF und einige andere Sender, die wir in unserer Region aus Geyer auf die heimische Mattscheibe per DVB-T empfangen konnten, wurden an diesem Tag endgültig abgeschaltet. Der neue Standard heißt DVB-T2.

Wer über eine Satellitenschüssel oder über das Kabelnetz mit der großen weiten Welt verbunden ist, wird wohl gar nichts davon bemerkt haben, aber das alte digitale Signal, das noch ohne HD und mit überschaubarer Programmanzahl über die altehrwürdige Dach- oder Zimmerantenne kam, gehört nun der Vergangenheit an. Neuere Fernsehgeräte, die schon die digitale Norm DVB-T2 beherrschen, zeigen nun deutlich mehr Programme und vor allem in allerbester HD-Qualität. Mehr als 40 Sender sind mit diesem Empfangsmodus zumindest theoretisch empfangbar. Das ist standortabhängig. Weitere private Sender können gegen Bezahlung freigeschaltet werden. Wer jetzt DVB-T2 über eine noch vorhandene Antenne auf dem Dach empfängt, hat wohl die wenigsten Probleme, aber auch moderne Zimmerantennen mit eingebautem Verstärker – sogenannte Aktivantennen – sollten viele, wenn auch vielleicht nicht alle diese Sender in brillanter Auflösung auf die Mattscheibe zaubern. Wer noch ein älteres Gerät ohne den neuen Digitalstandard im Einsatz hat, kann mit einem speziellen Receiver nachrüsten. Der Fachhandel hält entsprechende Geräte zu erschwinglichen Preisen bereit, die teilweise sogar die Aufzeichnung von Fernsehsendungen auf eine USB-Festplatte ermöglichen. So kann man z.B. eine Sendung über Schüssel oder Kabelnetz anschauen und gleichzeitig auf einem anderen Kanal ein Programm aufzeichnen.

Erwähnenswert ist noch, dass es auch im Zwickauer Kabelnetz demnächst zu Analogabschaltung kommen wird. Ab 13. November wird über Kabel keinen UKW-Rundfunkempfang mehr möglich sein. Eine Umstellung auf Digital ist nicht vorgesehen, aber auch hier gibt es entsprechende technische Lösungen, wie z.B. Radios mit DAB+ oder Internetradio über das heimische W-LAN-Netz.

Beim Fernsehen müssen Kabelnetz-Nutzer eventuell einen neuen Sendersuchlauf starten, weil einige Sender dann auf andere Kanäle gelegt werden. Wer damit nicht klarkommt, bekommt auch hier Hilfe vom Fernsehfachmann.

Im Dunklen muss also auch in Zukunft keiner sitzen. Was bleibt noch zu sagen? Bleibt alles anders…

alderFernsehr
lupe

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