In eigener Sache


„Wir sind in Deutschland das erste mal seit 1945 wieder so weit, dass es gefährlich für Leib und Leben ist seine Meinung zu sagen.“ Ups, das ist aber starker Tobak. Wo doch die Meinungsfreiheit sogar im Grundgesetz verankert ist. Wer, um Himmels willen, sagt denn so was? Halten Sie sich fest. Kein geringerer als Dieter Nuhr himself. Das kann er doch wohl nicht ernst gemeint haben. War bestimmt Satire, die bekanntlich alles darf.

Nun wissen wir ja, das die sogenannten Comedians gerne kräftig draufhauen und natürlich übertreiben, aber hier scheint Dieter Nuhr das ernst zu meinen, denn er ist mit seiner Kritik an Greta Thunberg selbst mächtig in die Kritik geraten. Nachdem er vorher schon die Diesel-, CO2- und Feinstaubstaatslehre aufs Korn genommen hatte, ging er mit seiner Auffassung über die heilige Gretel von Schweden nun endgültig zu weit.

Das bringt mich zum eigentlichen Kern meiner Überlegungen: Unliebsame Menschen werden schnell und effizient aus dem System entsorgt. Beispiele gefällig? Hans Georg Maaßen, der ehemalige oberster Verfassungsschützer (!) wurde in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, weil er es gewagt hatte, seiner Kanzlerin zu widersprechen, die gerne daran glauben möchte, dass es in Chemnitz „Hetzjagden“  gegeben hätte. Dass die »Freie Presse« und sogar Sachsens Ministerpräsident Michael Kretzschmer gleichlautende Aussagen machten, spielt dabei keine Rolle. Die „Mitte der Gesellschaft“, also eine links-rot-grüne Phalanx forderte seinen Kopf und so war es um einen äußerst integeren Mann geschehen.

Den nächsten Mann werden Sie wahrscheinlich genau so wenig kennen wie ich. Hans Joachim Mendig war Chef der hessischen Filmförderung. Er erlaubte sich, mit dem AfD-Mann Jörg Meuthen privat essen zu gehen und wurde stante pede gefeuert, wobei der Kontakt zur verteufelten Partei wahrscheinlich nur der Tropfen war, der das Fass zum überlaufen brachte. Mehr als 500 „Filmschaffende“, also wieder die sogenannte „Zivilgesellschaft“ hat auch  hier ihre Macht gezeigt. Genau wie beim sächsischen Landesbischof Carsten Rentzing, den eine Handvoll linksliberaler Theologen zu Fall brachte. Der Ortsvorsteher Stefan Jagsch – NPD-Mitglied – wurde einstimmig von CDU, SPD und FDP gewählt, was einen Shitstorm in den etablierten Medien auslöst, so dass es noch einmal zu einer „demokratischen Wahl“ kommt, bei der der gleiche Mann von den gleichen Leuten wieder abgewählt wird. Natürlich wieder einstimmig.

Uwe Steimle, ein sächsischer Kabarettist und bekennender Linker steht wahrscheinlich auch schon auf der Abschussliste. Genau wie oben zitierter Dieter Nuhr.

Was ich dabei beobachte, ist folgendes. Alle Parteien, fast alle Medien und sogar die Kirchen rücken immer weiter nach links. Die Folge: Die Leute, also das Volk, laufen ihnen davon. Menschen treten massenhaft aus den Kirchen aus. Zeitungsauflagen gehen in den Keller, aber alles läuft weiter wie gehabt. Wer meint, die Deutungshoheit über Politik, Wirtschaft und Religion zu haben, lässt sich doch nicht von der Mehrheit beirren. Wo kämen wir denn da hin?

Horst Seehofer war da schlauer. Als er sich mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban traf, stand er schon mal kurz vor dem Abschuss. Aber er hat mit einer 180-Grad-Wende noch mal die Kurve gekriegt.

Es gibt immer eine Lösung, sofern man bereit ist, mit den Wölfen zu heulen


meint Stefan Patzer

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