In eigener Sache


»Wir schaffen das« – ein Spruch, den wohl jeder kennt, aber beileibe nicht jeder gut findet. Aber keine Sorge, es soll diesmal nicht um unsere zugewanderten Mitbürger gehen, die es sich auf Kosten des deutschen Steuerzahlers hier gutgehen lassen. Nein, ich meine die Energiewende und ich glaube wir – oder sollte ich besser sagen DIE – schaffen das wirklich. Und zwar so ziemlich ohne jeden Protest aus der Bevölkerung.

Es ist kein Geheimnis und sogar unsere Mainstreammedien thematisieren die Sache mal mehr, mal weniger kritisch: Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa und sogar wenn man den Aspekt der unterschiedlichen Kaufkraft und des Wohlstandsniveaus mit in Betracht zieht, ist Deutschland wieder mal einsame Spitze. 30,48 Cent muss man hierzulande für eine Kilowattstunde Strom berappen. Mal ein paar Vergleichszahlen gefällig? Die Italiener zahlen 21,20 Cent, die Österreicher 19,65 Cent, in Schweden schlägt die Kilowattstunde mit 19,20 und im Brexitland mit 18,20 Cent zu Buche. In Finnland sind es 15,90 und in Holland gar nur 15,60 Cent. Während die Franzosen schon wegen viel kleinerer Fehlleistungen ihrer Regierung gelbe Warnwesten anziehen und zu Tausenden die Straßen ihrer Großstädte mit besorgniserregender Gewalt überziehen, regt sich in Deutschland nicht mal das kleinste Lüftchen. Das mag an der Mentalität der Franzosen liegen, hat aber sicherlich auch nicht unwesentlich mit der medialen Berichterstattung hierzulande zu tun. Meldungen dieser Art aus unserem Nachbarland finden in unseren Nachrichten kaum den Weg ins Deutsche Wohnzimmer. Wahrscheinlich wollen unsere Bürger auch lieber sehen, wie sich Merkel und Macron küssen. Alles andere könnte die Menschen sonst noch auf dumme Gedanken bringen.

Ach ja, wir sind ja die Vorzeigeeuropäer und wir schaffen die Energiewende. Wir zeigen den anderen mal wie das geht. Und zwar so: Mit dem EEG, dem erneuerbare Energiengesetz, legen wir die Preise doch mal ganz einfach auf den Kunden um. Der deutsche Michel, der es gewohnt ist, den Mund zu halten und alles zu bezahlen, nimmt es klaglos hin, dass er die ganze Chose bezahlen muss. Wer macht sich schon Gedanken darüber, dass Windräder ausgesprochen uneffektiv arbeiten und dass in Sachsen von derzeit fast 700 Windkraftanlagen bis zum Jahr 2020 fast die Hälfte abgebaut werden muss, weil sie überaltert und unwirtschaftlich sind. Dazu trägt wahrscheinlich auch bei, dass die Betreiber nach Auslaufen der staatlichen Förderung nur noch 3 Cent pro Kilowattstunde vergütet bekommen, was die Kosten für den weiteren Betrieb und die Wartung der Anlagen absolut nicht deckt. Ich würde mich nicht wundern, wenn die Betreiber der Windräder bei deren Abbau und Entsorgung – die riesigen Flügel aus glasfaserverstärktem Polyester stellen eine bis dato nicht gelöste Herausforderung bei Recycling dar – dem Staat und damit dem Steuerzahler noch mal kräftig in die Tasche greifen.

Wenn man sich mit diesem Wissen mal den gesamten Kreislauf der Windenergieerzeugung vor Augen führt, wird klar, wer bei diesem Geschäft die Gewinner und wer die Verlierer sind, aber versuche das mal einem Grünenpolitiker in den Kopf zu bringen – obwohl da mangels Masse genug Platz wäre. Die wenigsten Probleme dürften die Bauern haben, die für ein verschwindend kleines Stück Land vergleichsweise hohe Summen kassieren. An nächster Stelle kommen die Betreiber

der Windkraftanlagen, die sofort die Reißleine ziehen, wenn die landschaftsverschandelnden optischen Terroristen nicht mehr genügend Profit abwerfen. Der Zahlmeister des ganzen Schwindels ist und bleibt der deutsche Stromverbraucher.

Und sollte der ganze Quatsch einmal ein Ende finden, dann kaufen wir eben nach Abschaltung aller deutschen Atom- und Kohlekraftwerke unseren Strom im benachbarten Ausland, wo die Kernkraftwerke viel moderner und sicherer und die Kohlekraftwerke viel sauberer sind als in Deutschland.

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man über derartige Eulenspiegeleien eigentlich herzlich lachen.


Herzlichst

Ihr Stefan Patzer

© 2005 - 2019 spatz werbung und MMP Zwickau