In eigener Sache


Und schon wieder wird eine mediale Sau durchs Dorf getrieben. Am Pranger, bzw. im Fokus der linken Journaille steht diesmal das sächsische SEK und sein neues gepanzertes Fahrzeug, auf dessen Sitzen ein recht dubioses Logo eingestickt ist. Ja, zugegeben: Es erinnert schon irgendwie an wenig glanzvolle Zeiten Deutscher Geschichte, aber dieses Logo existiert bereits seit 1991, also einer Zeit als noch nicht mal die linken Gutmenschen hinter jeder Ecke einen Nazi ausgemacht haben wollten. Fakt ist, irgend jemand hat seiner Zeit das Logo genehmigt und irgend jemand wollte es jetzt unbedingt auf die Sitze des Fahrzeuges gestickt haben. Die Firma Rheinmetall – ein Rüstungskonzern, der schon im 3. Reich gute Geschäfte mit dem Staat machte – wird das Zeichen wohl nicht ohne Auftrag angebracht haben. Wer war der Auftraggeber? Darüber spricht man nicht so gerne. Viel schlimmer scheint mir, dass wieder einmal die gute alte Frakturschrift, ein bewahrenswertes Kulturgut deutscher Schrift- und Druckkunst, herhalten muss um politisch motivierte Resentiments zu bedienen. Seit mehr als 500 Jahren als Johannes Gutenberg die beweglichen Lettern erfand und den Buchdruck revolutionierte, wird die Frakturschrift verwendet. Die Bibel, das Rechtshandbuch »Sachsenspiegel«, das Kommunistische Manifest und Märchenbücher wurden in Frakturschrift gedruckt, aber jetzt wird wegen 12 dunkler Jahre eine ganze typographische Ära verteufelt. Noch bedenklicher erscheint mir, dass offensichtlich kaum noch jemand diese Schrift korrekt verwenden kann. Sondereinsatzkommando Sacsen wird nämlich so geschrieben. Im Wort wird das „lange ES“ und am Wortende das „runde ES“ verwendet. Von dieser Regel gibt es aber einige Ausnahmen. Zum Beispiel das „Genitiv-ES“ bei Weihnachtsmann oder Reichsbürger. Unser Gedicht vom Austräger der Planitzer Zeitung, das uns ein Leser zuschickte, ist typografisch korrekt abgedruckt und wird hoffentlich nicht als rechtes Gedankengut eingeordnet. Es erschien in der »Planitzer Zeitung« von 1926.  Die Aussagen im Gedicht sind heute noch genauso aktuell wie vor 91 Jahren.


Alles Gute im Neuen Jahr wünscht  

Stefan Patzer

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