In eigener Sache


Was hat die im Jahr 2011 begonnene und euphorisch gefeierte Gaspipeline Nordstream 2 mit dem Giftanschlag auf den prominenten Kremlkritiker Alexej Nawalny zu tun? Für uns Laien, zu denen ich mich auch zähle und die von der großen Welt- und Wirtschaftspolitik nur wenig verstehen, weil die Informationen aus deutschen Medien recht einseitig gefärbt sind, wenig, um nicht zu sagen gar nichts. Das sehen manche deutschen Politiker –  allen voran der unsäglichste Außenminister aller Zeiten, Heiko Maas, mit dem sich  Deutschland permanent im Rest der Welt blamiert, ganz anders. Er droht in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, die inhaltlich auf seinem Niveau ist, ganz offen: „Ich hoffe nicht, dass die Russen uns zwingen, unsere Haltung zu Nordstream 2 zu ändern“. Wie bitte, hat der Saarländer, dem es nicht nur körperlich an Größe fehlt, noch alle Nadeln auf der Tanne? Da baut Russland neun Jahre lang auf überwiegend eigene Kosten eine Pipeline um unsere Energieprobleme lösen zu helfen, nachdem Deutschland alle Kern- und Kohlekraftwerke abschalten will und kurz vor Fertigstellung des Projektes kommt so ein Wichtigtuer auf die aberwitzigsten Ideen. Vernünftig ist das nicht, aber durchaus verständlich, wenn man bedenkt, wie abhängig Deutschland offensichtlich immer noch von der transatlantischen Besatzungsmacht ist. Da hilft es auch nicht, dass bundesdeutsche Politiker  und Medien ihre verbalen Attacken über Donald Trump auskippen. Wenn Amerika pfeift, hat Deutschland stramm zu stehen. Basta. Wer mal genauer hinschaut, merkt schnell, dass es hier weniger um politische, als viel mehr um wirtschaftliche Interessen geht. Amerika will sein dreckiges Fracking-Gas verkaufen und Deutschland setzt die Umweltscheuklappen auf. Steffen Seibert erklärt dann auf der Bundespressekonferenz, wie toll LNG (Liquefied Natural Gas), das verflüssigte Erdgas aus den USA ist und geht auf die kritischen Fragen von Journalisten auch nach mehrmaligem Nachhaken gar nicht ein. Spricht immer nur von LNG und vermeidet den Begriff Fracking-Gas. Kein Wort über die Gefährlichkeit von Flüssiggas-Tanklastzügen, die dann unsere Straßen zusätzlich belasten und auch nicht über von Amerika angedrohte Wirtschaftssanktionen. Deutschland bietet den USA eine Milliarde Euro für den Bau von LNG-Terminals. Wie nobel und was für eine großartige Wirtschaftspolitik. Kritiker hingegen sprechen von Lösegeld. Dabei gibt es gegen die Fertigstellung von Nordstream 2 gar keine Alternativen – weder politisch noch wirtschaftlich.

Derweil ist Alexej Nawalny Gott sei Dank wieder auf dem Weg der Besserung und konnte die Charité verlassen. Wer den Anschlag nun tatsächlich verübt hat, ist weiterhin unklar. Deutschland fordert zwar vom Kreml umfassende Aufklärung der Affäre, hält aber selbst wichtige Beweise zurück. Die Wasserflasche aus der der Kremlkritiker getrunken haben soll und eine wichtige Zeugin befinden sich in Deutschland.

Ob es stimmt, dass Finanzminister Olaf Scholz seinem amerikanischen Kollegen  bis zu eine Milliarde Euro angeboten hat, damit die USA auf Sanktionen gegen an Nordstream 2 beteiligte deutsche Firmen verzichten, wollte der Desinformationsbeauftragte Steffen Seibert auf der Bundespressekonferenz gleichfalls auf mehrmalige Nachfragen von kritischen Journalisten nicht beantworten. Wir sind also bestens informiert,


meint Stefan Patzer

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