In eigener Sache


Peng, nun ist es also passiert. Der Musikpreis ECHO wird abgeschafft und ich greife in diesem Monat ein Thema auf, bei dem wieder einmal eine gute Chance besteht, verkehrt verstanden zu werden oder, was noch wahrscheinlicher ist, verkehrt interpretiert zu werden. Was viele wahrscheinlich nicht wissen, weil es auch kaum zur Sprache kommt: Der ECHO ist im Gegensatz zu anderen ebenso dubiosen Preisen, die nach nicht nachvollziehbaren Kriterien vergeben werden, ein Preis, der sich an den Verkaufszahlen der Künstler orientiert. , schreibt WIKIPEDIA. Darüber kann man geteilter Meinung sein, aber irgendwie ist es objektiver als die Verleihung z.B. des Bambis, was Hape Kerkeling schon vor vielen Jahren in einem Sketch aufs Korn genommen hat, in dem er vor der Bambiverleihung massenhaft Papprehe an alle verteilte, denen er begegnete. Es gab einen kleinen Skandal und Hubert Burda war gar nicht erfreut, aber Kerkeling prangerte schon seinerzeit die inflationäre Vergabe von Preisen mit der Aktion an. Beim ECHO ist es nicht besser. Waren es bei der ersten ECHO-Verleihung 1991 noch 15 fünfpfündige „Schrottbrocken“, steigerte man   sich auf zuletzt 100 ECHOS in sage und schreibe 15 Kategorien. Eine Branche feiert sich selbst. Und nun kommen Farid Bang und Kollegah – zwei Gangsterrapper mit ihrer – nein, Musik kann man beim besten Willen nicht zu dem Dreck sagen – und machen alles kaputt. Das Einzige, womit sie punkten können, sind die schon erwähnten Verkaufszahlen, was mich zu der Frage bringt, wer um alles in der Welt solchen Schotter kauft, wo doch die einschlägige Klientel heutzutage alles illegal und kostenlos aus dem Netz saugt. Als das Wort Auschwitz in einer Textzeile auftaucht, wird man plötzlich hellhörig und die Blockwarte der Political Correctness – allen voran Campino, die tote Hose, melden sich empört zu Wort. Andere geben schon mal in vorauseilendem Gehorsam ihre Preise zurück aus Angst, ihr Ruf könnte leiden. Dabei gab es 2013 schon mal einen ähnlichen Aufreger. Die bereits nominierte Südtiroler Gruppe FREIWILD wurde auf Druck mehrerer „Künstler“ wieder ausgeladen. Einer davon – der Bassist  von KRAFTKLUB wurde jüngst mit Crystal Meth erwischt und kam mit einer lächerlichen Geldstrafe davon, aber auch der unheilige „Graf“, von dem schon lange keiner mehr spricht, wollte nicht mit den angeblich rechten Jungs aus Südtirol gemeinsam auf der Bühne stehen. So sind sie halt, die guten Gutmenschen. Das Einzige was nun vom ECHO bleibt, ist der mediale Nachhall. Trauer kommt nicht auf. Weder für den Preis, noch für die Preisträger, aus deren kranken Hirnen wohl auch weiterhin ungestraft verbaler und akustischer Müll entströmt.Womit wir gleich beim nächsten musikalischen Bohei wären: Dem Eurovision Song Contest, der früher mal Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß. Vorbei die Zeiten, als man da noch Hits für die Ewigkeit hörte, wie ABBA mit »Waterloo« oder Jonny Logan mit »Hold me now« und auch die weit hinten platzierten deutschen Titel wie Joy Flemmings „Ein Lied kann eine Brücke sein“ oder „Frauen regiern die Welt“ von Roger Cicero das Ohr erfreuten. Auch ausländische Gruppen, die nicht immer unbedingt auf Platz 1 landeten, bleiben mit richtig guten Titeln in Erinnerung. Ich denke da an »Eres tu« der spanischen Gruppe Mocedades (1973) oder »Ding a dong« von den Holländern TechIn im Jahr 1975. Aber diese Zeiten sind lange vorbei. In 62 Jahren landete Deutschland jeweils nur drei mal auf dem dritten und zweiten Platz und zwei mal auf dem 1. Platz. Was Michael Schulte, dieser talentfreie Jammerlappen aber auch die meisten anderen „Sänger“ da zu Gehör bringen, kann kein Mensch nachsingen. Spuren in unserem Leben wird es wohl kaum hinterlasen. Wer sich da 4 Stunden vor die Glotze setzt, ist selber schuld,


meint

Stefan Patzer

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