Die gute alte Zeit


Die gute alte Zeit, wie oft wurde sie besungen,

von den Alten, aber auch von den Jungen.

Ich denk so gern zurück, da war ich noch ganz klein,

die Großmutter erzählte uns von früher und von daheim.


Sie sagt, zwölf Kinner warn mr un soosn hungrisch am Tisch,

es goob wie immer, Ardeppeln un e bissl Fisch,

oftmols musstn mr aah hungrisch ze Bett,

dr Moong hoot fei noch lange geknurrt unner dr Deck.

Aah de Klamottn, musst mr alle dr Reihe noch ohtroong,

es gab fei nischt neies, des kaa iech fei soong,

aah de Schuh, die kunt mr uns glei garnet kaafn,

bis zim erschtn Schnee, musst mr alle barfuß laafn.

När ze Weihnacht, do gobs mol e neies Schürzl un e Hem,

ach wie hammr uns do gefreit über das Geschenk.


Ganz still sitzen wir da und haben rote Ohren,

wir hingen an ihren Lippen, kein Wort ging uns verloren,

aber nun weiß ich seit heut,

Großmutters Kindheit war die gute alte Zeit.

Nun bin ich selbst Großmutter.

Und was werde ich meinen Enkeln erzählen?

Natürlich von früher, das wollen sie doch so gerne hören.

Sie wollen so viel von meiner Kindheit wissen,

sie sitzen aber nicht so still,

viele Fragen werfen sie dazwischen,

Oma, ihr hattet doch kein Handy und keinen Computer,

nicht mal einen Fernseher,

was habt ihr bloß gemacht mitunter,

wie habt ihr nur eure freie Zeit verbracht,

oder seid ihr schon schlafen gegangen abends um acht?


Ich lächle nur, auch unsere Kindheit war eine gute alte Zeit,

wir gingen viel hutzen, das hat uns so gefreut.

Dort wurde erzählt, gesungen und Handarbeiten gemacht,

wir haben auch über manchen Witz gelacht.

Am Sonntag war Familienausflug, das musste sein,

es ging zum Jägerbrünnel in den Wald hinein.

Vieles wurde mitgeschleppt, ne Decke, Kaffee, Kuchen, Eier,

es war so eine richtige kleine Feier.

Wir mussten zwar einige Kilometer gehen,

macht nichts, es war trotzdem wunderschön.

Die Enkel schütteln den Kopf und können's nicht lassen,

Mensch Oma, und das alles ohne Auto, das ist doch nicht zu fassen!

Lasst nur noch einige Jahrzehnte vergehn,

dann sind sie selbst Großeltern und was werden sie ihren Enkeln erzähln?

Natürlich von ihrer Jugend, sie liegt dann so weit zurück,

sie selbst hatten eine sorgenfreie Kindheit und so viel Glück.

Es hat sich so viel verändert auf dieser Welt,

drum seid Optimisten und lebt so, wie es euch gefällt.

Über eins aber weiß ich Bescheid, jede Generation –

hat ihre gute alte Zeit!

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