2021er Planitzer Jubiläumszahlen


Jubilieren können die Planitzer seit dem 25. Februar ob der Aufnahme beziehungsweise Bestätigung einiger Vorhaben auf eigener oder unmittelbar angrenzender Flur, die im aktuellen Doppelhaushalt der Stadt Zwickau Platz gefunden haben. So sind 2021 der Abschluss der Gesamtsanierung der Adam-Ries-Schule und die Erneuerung der Beckenauskleidungen im Strandbad Planitz (warum auch immer alljährlich notwendig?!) integriert. Für 2022 sind der Hochwasserschutz des Planitzbaches an der Planitzer Straße und der grundhafte Ausbau und die Platzgestaltung des Planitzer Marktes Bestandteil der Agenda. Auch für die (wenigstens) weitere Planung des Neubaus der Cainsdorfer Brücke sind dann Gelder vorgesehen.

Mehr Grund zum Jubilieren hätten heuer so einige geschichtliche Daten gegeben, die mehr oder weniger bis heute Auswirkungen hinterlassen haben.

Über gut 400 Jahre wirkte sich der 1476 entstandene Planitzer Erdbrand aus. Ein größeres Lodern soll es im Mai 1641 gegeben haben, als kaiserliche Soldaten ein Lagerfeuer entfachten. Letztmals schlugen die Feuer in den Flözen des Planitzer Kohlereviers 1816 mit solcher Wucht, dass sämtliche Schächte im Planitzer Feld geschlossen, abgedämmt und ganz verstürzt werden mussten. Doch 1830 gründeten sich die von Arnim’schen Steinkohlenwerke, unter deren Regie 1836 der Betrieb in einem unverritzten Feld wieder aufgenommen wurde. In deren Folge entstand 1846 unmittelbar am „Alten Himmelfahrts-Schacht“ eine erste und zu dieser Zeit die größte Kokerei. Im selben Jahr löste sich aber auch der Verein auf, der der über den Flözbränden 1837 errichteten Treibegärtnerei vorstand. Durch Misswirtschaft, unterlassene Reparaturen an den Bauten und erheblichen finanziellen Schwierigkeiten ging die über die Grenzen Deutschlands bekannte Gärtnerei 1866 ihrem Ende entgegen.

Territorien und starke Gemäuer wurden im Mittelalter erobert, verschenkt oder getauscht.

So tauschte der Kurfürst von Sachsen das Planitzer Schloss 1686 an die Brüder Arnim gegen die Herrschaft Pretzsch. Aber erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Anwesen unter Johann Georg von Arnim als barocke vierflügelige Anlage wieder errichtet und der angrenzende Park angelegt. Nach wechselvoller Geschichte wurde das Schloss samt dem selbständigen Rittergutsbezirk am 1. April 1926 schließlich an die Stadt Planitz verkauft und in deren Amtsgeschäfte eingegliedert. Noch 1923 wurde aus Ober- und Niederplanitz endlich eine Einheits-Gemeinde und 1924 hatte Planitz, das einst größte Dorf Sachsens, das Stadtrecht erhalten.

Stets ein Fels in der gesellschaftlichen Brandung war das Gotteshaus auf dem Schlossberg. Der Kirchenbau, der in den vergangenen Jahren samt Glockenspiel eine umfassende Sanierung erfuhr, wurde nach vierjähriger Bauzeit am 16. Oktober 1876 feierlich eingeweiht.

Bekanntlich sollen Feste gefeiert werden wie sie fallen. Da wird also im laufenden Jahr und den Corona-Vorschriften kein lustiges Treiben geben. Aber – eventuell gibt’s ja kommendes Jahr auf dem Areal des Schlossbergs ein Fest „in memoriam“, wenn 830 Jahre Ersterwähnung der Burg unter der Herrschaft der Herren von der Planitz im Jahr 1192 begangen werden könnte.


uhe

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