20. Flugplatzfest – ein Jahr später als geplant


Nachdem sich das Wettertief Achmed noch bis in die Vormittagsstunden des 28. August ausgetobt hatte, hieß Dädalus, der Erfinder, Techniker und Baumeister der griechischen Mythologie, dem Wettergott Petrus, dem Ganzen doch endlich Einhalt zu gebieten. Er wollte seinen Ikarus-Jüngern somit die Möglichkeit verschaffen, sich in der geplanten Flugschau präsentieren zu können. Klärchen fand daraufhin auch die eine oder andere Wolkenlücke – aber zu spät.

So hätte die nahezu prophetische Umschreibung für den ersten Tag des 20. Flugplatzfestes des Aero-Clubs Zwickau lauten können. Doch das Flugplatzfest musste verschoben werden. Achmed hatte sowohl den Anflug der Piloten verhindert als auch die Start- und Landebahn „zu sehr durchfeuchtet“. Also wurde die Feier samt Flugschau auf den 4. und 5. September verlegt. Denn zum Feiern hatte der Aero-Club heuer Gründe genug. Mit dem am 1. April 1926 unterschriebenen ersten Pachtvertrag blickt das Areal auf sein 95jähriges Bestehen an der Reichenbacher Straße zurück. Ein 110-jähriges hätte es sogar schon im Mai geben können. Damals war Zwickau erstmals Etappenort des in den damaligen Jahren ausgetragenen Sachsenrundflugs.

Rundflüge gab es zum Flugplatzfest natürlich auch. Anziehungspunkt war, wie bei jedem bisherigen Flugplatzfest, vor allem die international besetzte Flugschau. Insgesamt 23 unterschiedliche Modelle aus sechs die Luftfahrt-Konstruktion bestimmenden Ländern zeigten sich bei teils eindrucksvollen Überflügen und Figuren. Alles wurde geboten, vom Looping übers Trudeln, der Rolle, dem Rückenflug, Turns oder das fallende Blatt. Das Publikum war begeistert, ob von den „großen Brummern“ wie der russischen AN 2, den mit über 18 Meter Spannweite größten im Einsatz befindlichen einmotorigen Doppeldecker der Welt, oder der amerikanischen Beech AT 11. Hingucker waren unter anderen das Quintett aus Piper Apache, YAK 52, Bölkow 207T, C 172M und Vans RV 4 oder das Quartett ehemaliger Kriegsmaschinen des I. und II. Weltkrieges mit Pfalz E1, Fokker D, Morane und Zlin VII. Unter all den Maschinen Ober-, Normal- und Doppeldecker und reine Kunstflug-Exemplare, wie die Extra 330LT, die SIAI Marchetti oder die XA 42. Mit letzterer, übrigens hergestellt in Magdeburg-Cochstedt, zauberte dann final das von allen Zuschauern erwartete Flying Bulls Aerobatics-Team Spektakuläres wie Atemberaubendes an Zwickaus Himmel.

Aero-Club-Vorsitzender Achim Lenk zog generell ein positives Fazit und dankte vor allem den zahlreichen Helfern und Sponsoren, ohne die auch diesmal nichts möglich gewesen wäre. Dank aber auch an die zahlreichen Gäste, die dieses Fest erst zu einem solchen werden ließen. 2022 wird es voraussichtlich kein Flugplatzfest geben. Der Aero-Club hat sich für die Austragung der Deutschen Meisterschaften in der Club-, Standard- und 15-m-Klasse beworben. Und der bisherige gute Leumund dürfte wohl einem Zuschlag nicht im Wege stehen. Übrigens auch dazu sind Zuschauer gern gesehene Gäste.



Entschuldigung, aber wir mussten ein bisschen mogeln. Das Flugplatzfest musste witterungsbedingt eine Woche verschoben werden, aber unser Sportjournalist Udo H. hatte seinen Beitrag schon geschrieben. Die Zeitung musste drei Tage vor dem Flugplatzfest zur Druckerei. Die Bilder sind aus den Jahren 2018 und 2016.

Wir werden aber am 4. und 5. September auf dem Flugplatz sein und im nächsten Heft noch mal aktuell berichten.

Die Redaktion

Flugplatzfest1
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