1.345 Pfeifen suchen einen Paten


Wenn jemand 1993 als der Förderverein zur Rettung der Lukaskirche gegründet wurde, gesagt hätte, die Kirche bekommt irgendwann wieder mal eine Orgel… Man hätte ihn wohl als Phantasten und Träumer bezeichnet. Und doch ist es kein Traum und auch nicht nur ein kühner Plan. Der Termin der Fertigstellung ist bereits genannt: Zum Kirchweihfest der Lukaskirche im Jahr 2021 so die neue Orgel erklingen. Das hätten sich nicht einmal die Gründungsmitglieder des Vereins in ihren kühnsten Träumen vorstellen können.

In den ersten Jahren hatte der Verein ganz andere Aufgaben auf der Agenda. Schon allein die bauseitige Instandsetzung der äußeren Hülle stellte den Verein vor schier unlösbare Probleme. Wo beginnen? 25 Jahre der zwangsweisen Nichtnutzung hatten der Lukaskirche außen wie innen empfindliche Schäden zugefügt. An eine Nutzung der Kirche war auf absehbare Zeit überhaupt nicht zu denken. Dank zumindest in den ersten Jahren reichlich fließender Fördermittel ging es zügiger voran als anfangs gedacht. Große Höhepunkte waren die Instandsetzung der Uhr und des Geläuts, das Einsetzen der Fenster – auch der farbigen Bleiglasfenster im Altarraum und als zwischenzeitlicher Höhepunkt der Einbau einer Heizung, was eine Nutzung auch in den Wintermonaten ermöglichte. Die erste Christvesper mit zwei mal vollbesetzter Kirche am Heiligabend  2005 wird vielen Planitzern noch in guter Erinnerung sein. »der planitzer«, der im Oktober 2005 zum ersten Mal erschien, berichtete in seiner Dezemberausgabe über dieses spektakuläre Ereignis.

Und jetzt nun soll die Lukaskirche, die seit einigen Jahren als „gerettetes Bauwerk“ gelten kann, wieder eine Orgel erhalten.

Warum das so plötzlich möglich ist, sei an dieser Stelle schnell erklärt. Auch hier haben wir es der Weitsicht und dem großen Sachverstand des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel zu verdanken, der sich 1874 für die seinerzeit sehr bekannte und renomierte Orgelbaufirma Walcker aus Ludwigsburg bei Stuttgart entschied. Da es in Sachsen nur sehr wenige Walcker-Orgeln gab und derzeit von ehemals 15 Instrumenten in Sachsen derzeit nur noch 5 existieren, konnte der Förderverein für das Instrument in der Lukaskirche Fördermittel für die Rekonstruktion der Orgel erhalten. Da die Firma Walcker nicht mehr existiert, wird die Firma Eule aus Bautzen die Rekonstruktion nach alten Unterlagen und durch Vergleiche mit noch existierenden Instrumenten realisieren.

Da das Projekt ausgesprochen anspruchsvoll, aber die zur Verfügung stehenden Mittel knapp sind, war schnell im Verein eine Idee geboren: Patenschaften für Pfeifen sollen den knappen Fördertopf füllen oder möglichst zum Überlaufen bringen.

Da die Lukaskirche seit 1968 nicht mehr genutzt wurde, entschied sich die Kirchgemeinde im Jahr 1976 die Orgel pfeifenweise zu versteigern, nachdem ein Komplettverkauf nicht von Erfolg gekrönt war. Das auf einem zu diesem Zweck veranstalteten Gemeindefest eingespielte Geld wurde als Startkapital für eine neue Orgel für die Schlosskirche verwendet.

Das Gehäuse und einige mechanischen Teile der alten Lukasorgel sind noch vorhanden und können wiederverwendet werden. Von den Pfeifen existieren nur noch wenige Originale. 1.345 Pfeifen müssen neu angefertigt werden. Hier soll nach den Vorschlägen des Fördervereins die Pfeifenpatenschaft Hilfe und Unterstützung sein. Neun verschieden große Pfeifen suchen einen Sponsor. Von 20 bis 2.000 Euro pro Stück kann jeder, dem die Lukaskirche am Herzen liegt, einen Beitrag zum Wiedererklingen der altehrwürdigen Walcker-Orgel leisten. Für die drei größten Exemplare für 2.000, 1.000 und 500 Euro  bekommt der Stifter sogar eine Namensgravur auf „seiner Pfeife“. Interessenten wenden sich bitte an den Förderverein der Lukaskirche Planitz e.V. Schlossparkstraße 50, 08064 Zwickau-Planitz oder

www.foerderverein-lukaskirche-planitz.de und per E-Mail angabriel@pueschmann-planitz.de

Lukasorgel alt
lupe

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