Weltkulturerbetitel – ohne Zwickau, ohne Planitz!


Dass Zwickau eine lange und eindrucksvolle Bergbaugeschichte hat, steht völlig außer Frage. Urkundlich erwähnt wurde der Abbau von Steinkohle erstmals im Jahr 1348, also erst 180 Jahre nach Gründung der Stadt Zwickau  und 156 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung von Planitz, das seinen Namen von Plaw hat, was im slawischen wohl die Bedeutung von Schwemmbach hatte.

Nachweisbar ist der Abbau von Steinkohle aber bis ins 10. Jahrhundert, spielte damals aber keine wirtschaftliche Rolle und fand nur in sehr bescheidenem Maße zur Gewinnung von Schmiede- und Feuerungskohle statt. Erst mit dem Siegeszug der Dampfmaschine Mitte des 18. Jahrhunderts stieg der Bedarf  an Kohle und ein intensiver Abbau des begehrten Schwarzen Goldes erlangte immer mehr an Bedeutung. Planitz wuchs bevölkerungsmäßig rasant und die geteuften Schächte waren fast nicht mehr zu zählen. Die Feld- und Flözkarte des Zwickauer Steinkohlenreviers von 1900 dokumentiert das sehr eindrucksvoll.

Zwickau gehört zu den ältesten Steinkohlenrevieren Deutschlands und wird oft zusammengefasst als das Zwickau-Oelsnitzer Revier. Vom 10. Jahrhundert bis zur endgültigen Schließung des letzten Schachtes im Jahr 1978 wurden hier schätzungsweise 230 Millionen Tonnen Steinkohle aus 11 Flözen mit einer Mächtigkeit von bis zu 32 Metern abgebaut.

Aber auch auf anderen Gebieten hat Zwickau eine durchaus erwähnenswerte Bergbautraditon und Bergbaugeschichte, die nicht unerheblich zum wirtschaftlichen Aufblühen der Stadt beitrug.

Silber, Kobalt (nicht Kobold, Frau Baerbock!) und Uran wurden zwar nicht direkt in und um Zwickau gefunden, bescherten aber der Stadt Zwickau schon im Mittelalter Bedeutung und Reichtum. Geblieben ist davon nur die »Silberstraße«.

In Planitz sorgte die Beustsche Kohlegeldstiftung, die besser bekannt ist als die Arnimsche Kohlegeldstiftung für sichtbaren Aufschwung des ehemals größten Dorfes Deutschlands. Sichtbares Zeichen dessen, was ein »Kohlepfennig« so bewirken kann, sind die Cainsdorfer Kirche und die Planitzer Lukaskirche, die mit dem Geld aus der Stiftung gebaut werden konnten.

Warum die Stadt Zwickau sich nicht mit an der Montanregion Erzgebirge beteiligen wollte und statt im Tourismusverband Erzgebirge zu verbleiben lieber mit dem fragwürdigen Titel »Zeitsprungland« wirbt, wird wohl kaum ein normaler Bürger und erst recht kein ehemaliger Kumpel verstehen. Der verpasste Titel »Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge« ist nur eine von vielen anderen verpassten Chancen, die Wirtschaft in Zwickau zu beleben. 17 sächsische und 5 tschechische Städte sind dabei. Zwickau leider nicht.

Feld- und Flurkarte
lupe

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